Love is in the Air - Achtung Autofahrer liebestolles Rehwild unterwegs!

Zu Beginn der Rehbrunft können Rehe zum Teil unvermittelt die Straße queren können. Die KJV Hechingen bitte alle Autofahrer um erhöhte Aufmerksamkeit.

Erstellt am 21.07.2021

Pressemitteilung / Hechingen. Die Kreisjägervereinigung Hechingen bittet in den kommenden Wochen Autofahrer um besondere Vorsicht, denn das liebestolle Rehwild ist gerade nicht zu bremsen. Langsam beginnt die Rehbrunft und das hat zur Folge, dass Rehe zum Teil unvermittelt die Straße queren können. Die Gefahr für Wildunfälle steigt. Deshalb appelliert die KJV an die Autofahrer: „Bitte fahren Sie in den kommenden Wochen vorsichtig. Besonders durch Waldstücke, entlang von Hecken oder zwischen Mais- oder Getreidefelder, können unvermittelt Rehe auf der Straße auftauchen.“

Rehe blind vor Liebe

Das Reh hat in den kommenden Wochen Paarungszeit, die sogenannte Brunft. In dieser Zeit ist das Wild sprichwörtlich von Sinnen. „In der Brunft treibt der Bock die brunftige Geiß vor sich her. Mit Rivalen liefert er sich zum Teil spektakuläre Kämpfe und Verfolgungsjagden.“ beschreibt der stellvertretende Kreisjägermeister Markus Schuler und erklärt weiter: „Im Eifer des Gefechts wird das Rehwild unvorsichtig und überquert plötzlich auch Straßen. Bremsbereit sein, ist hier das einzige was dem Autofahrer hilft.“ Übrigens entstehen in der Brunft auch die bekannten Hexenringe. Die Tiere drücken das Getreide nieder, wenn der Bock der Geiß nachstellt oder im Liebesreigen.

Viele Autofahrer sind vor allem in der Dämmerung und nachts auf Wildwechsel gefasst. Doch während der Brunft sollten Autofahrer auch tagsüber auf Wild am Straßenrand achten. Außerdem kommen Rehe in der Paarungszeit selten allein. Wenn eine Geiß die Straßenseite wechselt, lässt der Bock meist nicht lange auf sich warten. Das weibliche Reh sondert Duftstoffe ab und signalisiert so seine Paarungsbereitschaft. Übrigens, wenn die Geiß noch nicht so weit ist und der Bock sie all zu aufdringlich bedrängt, reagiert sie mit einem schrillen Fiepen. Dies wird zur Zeit von vielen Spaziergängern wahrgenommen. Die Brunft hat in diesen Tagen begonnen und dauert bis Mitte August.

Biologische Besonderheit

Was nach der Befruchtung der Rehgeiß in den kommenden Wochen passiert, ist eine biologische Besonderheit, denn Rehe haben eine sogenannte Keimruhe. Dabei nistet sich die befruchtete Eizelle über einige Monate in der Gebärmutterschleimhaut ein, ohne sich weiter zu entwickeln. Im Spätwinter, wenn die Tage wieder länger werden, setzt die Zellteilung ein und der Embryo wächst heran. Die Geiß setzt dann etwa im Mai ein bis zwei Kitze. Diese Keimruhe ist ein geschickter Schachzug der Natur, denn durch die verlängerte Tragezeit können die Jungtiere im Frühjahr gesetzt werden und damit in der optimalen Jahreszeit.

Wildunfall – was tun?

„Wenn plötzlich ein Reh vor Ihnen auf der Fahrbahn erscheint, dann versuchen Sie kontrolliert abzubremsen und blenden Sie ab.“ rät Schuler. „Wenn die Kollision nicht mehr zu vermeiden ist, dann halten Sie das Lenkrad grade. Unkoordinierte Ausweichmanöver gefährden Sie und andere Verkehrsteilnehmer.“ Wildunfälle sind für Verkehrsteilnehmer immer ein Schock, deshalb heißt es vor allem Ruhe bewahren.

Die Tipps der Kreisjägervereinigung Hechingen zu richtigem Verhalten nach einem Wildunfall:

- Warnblinkanlage an, Warnweste anziehen und Unfallstelle mit Warndreieck absichern.

- Sollte es Verletzte geben, leisten Sie erste Hilfe und rufen Sie einen Rettungswagen.

- Bitte verständigen Sie bei Wildunfällen immer die Polizei und geben Ihren genauen Standort durch.

- Sollten Sie Einweghandschuhe im Auto haben und es gefahrlos (bitte nie auf Kraftfahrtstraßen oder Autobahnen!) möglich sein, das tote Tier an den Randstreifen ziehen. So können Sie Folgeunfälle vermeiden.

- Sollte das Tier verletzt sein und flüchten, merken Sie sich bitte die Fluchtrichtung. Sollte das verletzte Tier nicht flüchten, nähern Sie sich bitte auf keinen Fall, sondern warten bis die Polizei den zuständigen Jäger verständigt hat.

- Warten Sie auf jeden Fall bis die Polizei und/oder der zuständige Jäger bei Ihnen sind.

Hier erhalten Sie auch eine sogenannte Wildschadensbescheinigung, diese benötigen Sie um den Schaden der Versicherung zu melden. Wichtig: Angefahrenes Wild darf vom Unfallort nicht entfernt werden, dies würde den Tatbestand der Wilderei erfüllen.

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